Sonntag, 13. Februar 2005

Be my Valentine!

Valentinstag. Morgen. Hysterie um Liebespärchen. Zwanghaft Blumen schenken. Je mehr rosaroterote Herzen, desto besser. Alles Kitsch! Überkommerzialisierter Tand von Blumen, süßen Bärchen, Valentins-Pralinen bis hin zum Valentins-Parfüm. Alles da, was das Herz begehrt! Geht's uns gut! Liebe liegt in der Luft. Es muss doch Liebe sein, wenn der Herr seiner Herzdame eine unschuldige Rose schenkt und ihr gesteht, dass er sich in sie verliebt hat. Oder? Schwachsinn! Hirnverbrannter Blödsinn! Hauptsache die Wirtschaft wird angekurbelt und der Blumenhändler freut sich über sein Umsatzplus.
Wer hat sich die Valentins-Legende ausgedacht? Sie wird jedes Jahr aufs Neue von Floristikfachgeschäften stark beworben. Man würde wahrscheinlich den Gärtner zum Bock machen, würde man behaupten, er hätte den Valentinstag erfunden.
Der Valentinstag ist wenn man's genau nimmt ein heidnischer Brauch, genauso wie das Verstecken von Eiern zu Ostern oder das Schmücken des Weihnachtsbaums. Er wurde sozusagen christianisiert. Die Christen verehren den heiligen Valentin als Schutzpatron der Epileptiker, Verlobten und als Gewährsmann für gute Ehen. Wer war dieser Valentin? Bischof von Terni in Italien und er wurde um 269 in Rom hingerichtet. Angeblich hat er heimlich Pärchen verheiratet, deren Ehen nicht gern gesehen waren. Außerdem soll er kurz vor seiner Enthauptung am 14. Februar die blinde Tochter des Gefängniswärters geheilt haben.
Am 14. Februar feierten die Römer allerdings auch die Göttin Juno, die Schutzherrin von Ehe und Familie. An diesem Tag wurden alle weiblichen Familienmitglieder mit Blumen beschenkt.
Im Mittelalter feierten Kaufleute und Seefahrer ein Freundschaftsmahl. Um den Valentinstags haben sich eine Reihe von Bräuchen entwickelt. So heißt es, dass ein Mädchen, den Mann, den es am Valentinstag als ersten sieht, heiraten wird. Eine andere Legende erzählt, dass das Mädchen denjenigen ehelichen wird, von dem es in der Nacht vor dem Valentinstag träumt. Was macht die Arme, wenn sie von Max träumt und Markus sieht? Ménage à drois?
Seinen Siegeszug hat der Valentinstag nach dem zweiten Weltrkrieg von Amerika aus angetreten. Seither ist er in Mitteleuropa genauso wie Coca-Cola und Mc'Donalds nicht mehr wegzudenken.
Wussten Sie, dass man sogar in Japan den hl. Valentin würdigt? Hier beschenken weibliche Angestellte ihre männlichen Vorgesetzten mit Schokolade. Hat sich einer daneben benommen, bekommt er "giri-choko", eine Art Billigschokolade. Die Herren der Schöpfung müssen penibel genau darauf aufpassen, welche Schokolade sie von welcher Dame geschenkt bekommen. Denn am 14. März gilt es, sich zu revanchieren. Am "White Day" werden die Damen mit weißer, möglichst teurer Schokolade beschenkt. Besonders Beliebte bekommen Dessous. Frau sieht das allerdings nicht so gerne; ebenso wie rote Rosen. Im Unterschied zu Mitteleuropa gilt in Japan der Valentinstag nicht als Tag der Verliebten. Man sagt sich bloß, dass man sich mag: von hellrosa bis duneklrosarot, immer intensiver, jedoch NIEMALS rot.
Das Fest der Verliebten wird in Japan entweder beim Sternenfest im Sommer oder an unserem "Weihnachten" gefeiert.

Falls Sie immer noch das Verlangen verspüren, Ihre Angebetete morgen mit Blumen zu beschenken, schauen Sie doch im Blumen ABC vorbei! Das soll helfen böse Missverständnisse zu vermeiden. Damit die Dame den Strauß Myrthe richtig deutet, sind vielleicht doch ein paar auffordernde Worte angebracht. Sonst sagen Blumen oft mehr als 1000 Worte.
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