Wenn man jemanden liebt, so liebt man ihn nicht die ganze Zeit, nicht Stunde um Stunde auf die ganz gleiche Weise. Das ist unmöglich. Es wäre sogar eine Lüge, wollte man diesen Eindruck erwecken. Und doch ist es genau das, was die meisten von uns fordern. Wir haben so wenig Vertrauen in die Gezeiten des Lebens, der Liebe, Beziehungen. Wir jubeln der steigenden Flut entgegen und wehren uns erschrocken gegen die Ebbe. Wir haben Angst, sie würde nie zurückkehren. Wir verlangen Beständigkeit, Haltbarkeit und Fortdauer; und die einzig mögliche Fortdauer des Lebens wie der Liebe liegt im Wachstum, im alltäglichen Auf und Ab – in der Freiheit; einer Freiheit im Sinne von Tänzern, die sich kaum berühren und doch Partner in der gleichen Bewegung sind. (Anne Morrow Lindbergh, Muscheln in meiner Hand)
Artemis66 - 28. Nov, 19:37
In letzter Zeit ein ständig zu beobachtendes Phänomen:
Männer; Mittzwanziger bis Mittdreißiger, selbständig, kritisch, stolz, durchaus gebildet, fähig ihre eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten.
Fast könnte man/frau meinen, sie seien erwachsen und charakterstark. Irrtum! Denn sobald diese Männer einem ihnen attraktiv erscheindenden Weibchen begegnen, unterwerfen sie sich willenlos. Sie werfen jegliche Eigenständigkeit in Windeseile über Bord. Sie verkommen zu gehorsamen Schoßhündchen, die eifrig mit dem Schwanz wedeln und brav sämtliche Kommandos ihres Herrchens ausführen.
Was treibt einen Mann zur Selbstaufgabe? Denken Männer wirklich NUR mit ihrer Dependance? Haben sie Angst keine andere Fuffy abzukriegen? Ist es das berauschende Bettgeflüster, das sie hörig macht?
Solche Beobachtungen erinnern immer ein wenig an Odysseus und die Sirenen.
Artemis66 - 28. Nov, 19:19
Advent, Advent ein Lichtlein brennt.
Zuerst eins, dann zwei, dann drei dann vier;
schon steht das Christkind vor der Tür!
Die Vorfreude auf Weihnachten, dem Fest der Liebe kann beginnen! Fest der Liebe! Nein, schon lange ist es das nicht mehr. Für uns ist Weihachten doch schon längst zu einem Konsumritual degradiert. Wir packen die Gelegenheit am Schopf um unsere Konsumgier zu befriedigen. Wir übertrumpfen uns mit teuren Geschenken und wollen uns gegenseitig beeindrucken. Außerdem nützen wir den Anlass um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen. Wir denken plötzlich an Menschen, die wir das ganze Jahr über vernachlässigt haben oder sprechen halbherzige Entschuldigungen aus, für Fehler, die wir begangen haben. Wir spielen heilige Familie, wo es schon lange kein Familienleben mehr gibt. Wir miemen Frohsinn, Warmherzigkeit und Großmut - nur am heiligen Abend.
Weihnachten, das Fest der Liebe. Liebe hat unendlich viele Facetten. Liebe kommt von Herzen, von ganz tief innen drinnen und ohne Hintergedanken. Liebe ist oft nicht mehr als eine Worthülse. Leer. Wir sagen "Ich liebe dich!" schon beim ersten Date. Wir verletzen einander, ohne es zu merken. Wir können's nicht erwarten bis Liebe wächst. Wir überfordern uns und üben zuwenig Geduld, in dieser schnelllebigen Welt.
Liebe - eine samtige, dunkelrote, duftende Rose - stachelig und stolz - die Wurzeln schlägt. Liebe, lässt sich nicht erzwingen!
Artemis66 - 28. Nov, 11:54